Was ist Sherborne Developmental Movement?

 

 "Through my experience of teaching and observing human movement, and of learning through trial and error, I have come to the conclusion that all children have two basic needs: they need to feel at home in their own bodies and so to gain mastery, and they need to be able to form relationships."  Veronica Sherborne, 1990

 

"Durch meine Erfahrung im Unterrichten und Beobachten menschlicher Bewegung und Lernen durch Versuch und Irrtum, bin ich zu der Schlussfolgerung gekommen, dass alle Kinder zwei grundlegende Bedürfnisse haben: sie müssen sich in ihrem Körper zu Hause fühlen und so Körperkontrolle erlangen und sie müssen in der Lage sein, Beziehungen aufzubauen und zu gestalten."  Ralf Werthmann (freie Übersetzung)

 

Entwicklung vollzieht sich frei und selbständig innerhalb der Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Fähigkeiten und Umweltbedingungen. Die Sherborne Bewegungspädagogik unterstützt und fördert diesen Prozess.

Wir gehen mit Kindern und Erwachsenen eine Beziehung ein, innerhalb derer wir in einen gleichwertigen Dialog mit ihnen treten. In dieser Beziehung versuchen wir nicht den Anderen „in den Griff zu kriegen“, sondern ihn innerhalb der Grenzen seiner persönlichen Möglichkeiten zu fördern. 

Um in Richtung Selbständigkeit und Freiheit wachsen zu können, braucht ein Kind:

 

...ein starkes Vertrauen in seinen eigenen Körper.

Ein Kind muss seinen eigenen Körper und dessen Bewegungsmöglichkeiten kennen. Ein Kind, das sich gut und sicher und zuhause in seinem Körper fühlt, verfügt über eine stabile Basis, um eine gesunde Persönlichkeit zu entwickeln und um seine Umgebung zu erkunden. Durch einfache Bewegungserfahrungen wird dem Kind geholfen, sich auf seinen eigenen Körper zu konzentrieren und zu fokussieren. Sie helfen ihm seine Körpersignale und –empfindungen wahrzunehmen und sich über dessen Möglichkeiten und Grenzen bewusst zu werden. So bekommt es Vertrauen in sich selbst.

 

...Vertrauen in seine Umwelt.

Jemand, der sich sicher fühlt, entwickelt den Drang, seine Umwelt zu erforschen. Über Bewegungserfahrungen bekommt das Kind Kenntnisse über Begriffe von Raum (nah und fern, groß und klein) und Zeit (schnell und langsam, Rhythmen).

 

...die Fähigkeit, sinnvolle Beziehungen aufzubauen.

Es ist die Beziehung zu Anderen, die es uns ermöglicht, unsere eigene Identität besser kennen zu lernen und zu entwickeln. Wir wachsen dank der Anderen. Dank sinnvoller Beziehungen zu Anderen kommen wir von der anfänglichen elterlichen Abhängigkeit los. Durch einfache Bewegungsaktivitäten mit Anderen wird langsam Vertrauen zu ihnen aufgebaut und die Gelegenheit gegeben, mit verschiedenen Formen von Interaktion zu experimentieren.

 

 

Daraus ergeben sich drei Säulen des Konzeptes:

 

 

Körperbewusstsein

Durch Bewegung mit sich Selbst und mit Anderen entsteht Körperbewusstsein. Motorische und koordinatorische Fähigkeiten werden entdeckt und entwickelt. Das Körperbewusstsein befähigt dazu, die Umgebung zu entdecken. 

Raumbewusstsein

Aus dem Körperbewusstsein entsteht Raumbewusstsein. Wir erfahren "aus erster Hand" , was "auf", "unter", "oben", "unten", "schnell", "langsam", "nah" und "fern" bedeutet. Hier kommen auch Aspekte der kognitiven Entwicklung ins Spiel.

Beziehungen

Die Beziehung zu Anderen ermöglicht es uns, unsere eigene Identität besser kennen zu lernen und zu entwickeln. Durch einfache Bewegungsaktivitäten wird langsam Vertrauen zu Anderen aufgebaut und die Möglichkeit geboten mit verschiedenen Formen von Kontakt und Interaktion zu experimentieren (Füreinander-Beziehung, Gegeneinander-Beziehung, Miteinander-Beziehung).